Der öffentliche Nahverkehr steht vor großen Herausforderungen: Die Individualisierung der Mobilität bedeutet, dass es immer weniger Passagieren geben könnte. Auf der anderen Seite ist der Trend in die Stadt, vor allem was die Arbeitsplätze angeht, nach wie vor ungebrochen. Das wiederum könnten den Nahverkehr erheblich stärken. Was aber braucht es, um Busse und Bahnen wieder attraktiv zu machen?

Mehr Verbindungen

Die meisten Pendler beschweren sich, dass es zu wenige Verbindungen in die Stadt hinein gibt, aber auch um eine Stadt herum. In der Regel sind die Busse und Bahnen so angelegt, dass sie sternförmig sich am Mittelpunkt der Stadt orientieren. Wer aber dann zum Beispiel vom Westen in den Norden einer Stadt will, muss erst in die Innenstadt fahren und dann wieder aus der Stadt heraus. In diesem Fall steigen die Pendler lieber ins Auto und fahren selbst, weil sie so Geld sparen.

Preise runter

Wer etwas für die Umwelt tun will, muss dafür auch bezahlen. Das bedeutet, das Städte und Gemeinden, die den Nahverkehr nicht zu attraktiven Preisen kostendeckend organisieren können, die Differenz selbst bezahlen müssen. Denn die Preise für die tägliche Fahrt auf die Arbeit sind mit den meisten Bahnen zu teuer, vor allem wenn man ohnehin noch ein Auto finanzieren muss. Es ist deshlab zu überlegen, ob der Nahverkehr nicht eine öffentliche Aufgabe ist, die auch aus Steuergelder zu großen Teilen finanziert werden muss.

Bessere Kommunikation

Vielen potenziellen Nutzern der Bahn ist gar nicht klar, welche Angebote es gibt, wie sich das Benutzen des Nahverkehrs rechnen kann und wie man Geld sparen kann. Hier gilt es, besser mit dem Kunden zu kommunizieren. Aber auch bei Störungen sollten die Bahnbetriebe besser aufgestellt sein: Der Kunde will wissen, was wirklich los ist und kein Behördendeutsch wie “eine Betriebsstörung” hören. Eine ehrliche Antwort ist meistens am besten und bindet die Kunden auch besser.